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Clicker – Hundetraining durch positive Verstärkung


Hund & Freizeit Onlineshop | 15 Aug 2017

Der russische Forscher Iwan Pawlow hat die klassische Konditionierung anhand eines Experiments mit Hunden entdeckt und wurde dafür mit einem Nobelpreis ausgezeichnet. Er kam zu der Erkenntnis, dass sich zwei voneinander unabhängige Ereignisse durch assoziatives Lernen verknüpfen lassen. Sein Versuch bestand darin, dass er Hunden das Futter mit einer Glocke ankündigte. Beobachten konnte er, dass nach einer gewissen Zeit der Speichelfluss der Hunde bereits beim Klang der Glocke angeregt wurde und nicht erst beim Anblick des vollen Futternapfs.

Nach diesem Prinzip funktioniert auch das Training mit einem Clicker.


Hund freut sich auf Clickertraining.


Was ist ein Clicker?

Unter einem Clicker können Sie sich eine Art Knackfrosch vorstellen, welcher von einem Kunststoffgehäuse umschlossen ist. Clicker gibt es in unterschiedlichen Lautstärken und optischen Formen, sodass jeder das richtige Modell für sich finden kann.

Das Clickertraining erfolgt auf dem Prinzip der positiven Verstärkung in Verbindung mit einem Belohnungssystem. Denn haben Sie gewusst, dass Sie nur eine Sekunde Zeit haben um Ihren Hund nach einem richtigen Verhalten zu belohnen? Diese Zeitspanne kann mit Worten oder bis die Leckerlis aus der Tasche gekramt wurden, schnell überschritten werden. Danach ist es meist zu spät, sodass Ihr Vierbeiner sein Verhalten nicht mehr mit der Belohnung verknüpfen kann.

Mit Hilfe des Clickers können sie das erwünschte Verhalten sofort honorieren. Bei entsprechender Konditionierung wird dem Hund gleich mit dem Click-Geräusch bestätigt, dass sein Verhalten richtig war und das anstehende Leckerli angekündigt, sodass auch ein paar Sekunden bis zum eigentlichen Leckerli verstreichen können. Mit Hilfe des Clickers lassen sich Missverständnisse vermeiden und Ihr Hund weiß genau wofür er gerade belohnt wird.

Lieber Clicker statt Signalwörter?

Das Geräusch des Clickers ist kurz und prägnant und kann von Hunden leicht auch aus weiterer Entfernung wahrnehmen werden. Zudem hört sich das Click-Geräusch immer gleich an, da es, anders als die menschliche Stimme, unabhängig von Emotionen und Launen des Besitzers ist. Ein weiterer Vorteil des Clickers ist, dass es kein alltägliches Geräusch ist. Dadurch bekommen es Hunde nicht zufällig im Alltag zu hören, sondern nur, wenn es vom Halter gewünscht ist. Alle diese Aspekte wirken sich positiv auf das Training mit Ihrem Hund aus.

Clicker Anwendungen

Das Clicker Training findet in vielen Bereichen Anwendung.

Ein großes Gebiet ist alles rund um die Hundeerziehung. Damit zusammenhängend steht natürlich das fortlaufende Training mit Ihrem Hund, sowie spezielle Hundeausbildungen.

Der Clicker wird ebenfalls im Hundesport häufig eingesetzt.

Es werden jedoch nicht nur Hunde mit den Clicker konditioniert, sondern auch viele andere Tiere wie beispielsweise Katzen, Minischweine oder Pferde.

Auch bei vielen Zootieren wird mit dem Clicker gearbeitet. So können die Tiere sinnvoll beschäftigt werden und gleichzeitig lässt sich die Behandlung eines Tierarztes mit Hilfe des Clickers von Anfang an üben. Das spart Stress bei Mensch und Tier.

Verschiedene Vorteile des Clickertrainings

Der Clicker ist ein handliches Hilfsmittel bei der Erziehung. Durch seine kleine Größe passt er in jede Tasche und ist durch die verschiedenen Lautstärken auch zum Training mit geräuschempfindlichen Tieren wie Katzen oder Welpen gut geeignet.

Allgemein stellt das Clickertraining eine sehr sanfte Form der Erziehung da. Falsche Verhaltensweisen des Hundes werden beim Clickertraining ignoriert und es kommt zu keiner Bestrafung.

Durch die Konditionierung von Hunden mit dem Clicker weiß ihr Vierbeiner, dass nach einem Click eine Entlohnung zu erwarten ist. Dadurch wird er steht’s wachsam in Ihrer Nähe bleiben, um ja kein Leckerli zu verpassen.

Ihr Hund wird durch den Clicker aufmerksamer und denkt aktiv mit, um weitere Belohnungen zu erhalten.

Übrigens: Auch bereits erlernte Kommandos und eine gute Leinenführigkeit können mit dem Geräusch des Clickers verbunden und somit noch weiter verbessert werden. Und selbst bei mehreren Hunden in einem Haus ist Clickertraining möglich. In diesem Fall sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Konditionierung auf den Clicker bei jedem Hund einzeln erfolgt. Es ist zudem vorteilhaft bei jedem Tier unterschiedliche Signalwörter und Clicker in verschiedenen Lautstärken zu verwenden. Denn für ein erfolgreiches Training sollte jeder Hund ein eindeutiges Signal erhalten.

Einen kleinen Haken muss das Ganze natürlich auch haben. Für einen langfristigen Erfolg beim Clickertraining ist es unerlässlich den Clicker immer mit sich zu führen. Jedoch sollte dies bei den vielen positiven Effekten das kleinere Übel sein.

Auf was man vor Beginn achten sollte (Vorbereitung)

Hund beim ClickertrainingVor dem Kauf sollten Sie die Lautstärke des Klick-Geräuschs testen, denn hier gibt es Unterschiede. Halten Sie den Clicker aber niemals direkt an das Ohr des Hundes oder an Ihr eigenes.

Suchen Sie sich einen ruhigen Ort ohne mögliche Ablenkungen, um mit dem Hundetraining zu beginnen. Nehmen Sie sich Zeit und bleiben Sie geduldig, auch wenn es mal nicht so klappt, wie Sie es sich wünschen. Achten Sie darauf, dass Ihr Hund nicht müde oder zu aufgekratzt ist und Ihnen seine volle Aufmerksamkeit schenkt.

Bestimmen Sie zu Beginn die Art der Belohnung, die Ihr Vierbeiner beim Click-Geräusch erhalten soll. Am effektivsten sind Leckerlis, aber auch Streicheleinheiten oder Spielen mit dem Hund erweisen sich als nützlich. Schwierige Aufgaben sollten aber immer attraktiver entlohnt werden als (beispielsweise) Aufgaben der Grunderziehung.

Um den Hund nicht zu überfordern, wählen Sie kurze Trainingseinheiten und versäumen Sie es nicht, bei jedem Clicken ein Leckerli zu übergeben. Nur so kann der Hund sein Verhalten mit dem Geräusch und dem anschließenden Leckerli verknüpfen.

Damit sich die vielen Leckerlis nicht an den Hüften ansetzen, empfehlen wir, die tägliche Futterration in die Trainingseinheiten einzubauen.

Beherzigen Sie, dass der Clicker lediglich dazu dient, den Hund für sein derzeitiges Verhalten zu belohnen und nicht dazu, ihn zum Herkommen zu bewegen. Das Rückrufen lässt sich aber mit einem anderen Geräusch, z.B. einer Hundepfeife, antrainieren. Dies geschieht in gleicher Weise wie das Training mit dem Clicker.

Wie funktioniert das Training?

1. Schritt: Am Anfang steht die Konditionierung, d.h. der Hund soll beigebracht bekommen, das Clicken mit einer Belohnung zu verbinden. Sie beginnen mit einer Einheit von einer Minute, in der Sie Clicken und unmittelbar danach das Leckerli geben. Das wiederholen Sie zügig 15-20-mal. Am besten zählen Sie sich die Leckerlis schon vorher ab und überprüfen hinterher, ob Sie genug oder zu viel bzw. zu wenig geklickt haben. Passen Sie die Häufigkeit des Klickens dementsprechend an.

Damit Ihr Hund motiviert und aufmerksam an die neue Art des Lernens herangeht, verwenden Sie anfangs besonderes Futter, das Ihr Vierbeiner nicht so oft bekommt (z.B. ein Stück Wurst). Das Futter sollte dabei nur erbsengroß (je nach Hundegröße auch etwas größer) sein, damit der Hund während dem Training nicht zunimmt.

Wechseln Sie nach der ersten Runde den Raum und wiederholen Sie die Übung. So geben Sie dem Hund zu verstehen, dass dieses Spiel nicht standortbezogen ist. Platzieren Sie die Leckerlis so, dass Sie schnell rankommen, der Hund aber nicht. Beachten Sie, dass Sie erst nach dem Clicken die Hand zum Leckerli führen. So verbindet der Hund seine Belohnung mit dem Geräusch und nicht mit der Handbewegung.

Diese Schritte am nächsten Tag nochmals mit Raumwechsel machen und machen Sie sich bewusst, dass die Konditionierung nur dann zum Erfolg führt, wenn Sie dem Tier sein Leckerli nach dem Clicken nicht vorenthalten.

2. Schritt: Ist die Konditionierung erfolgreich gewesen, können Sie mit der ersten Aufgabe anfangen. Wählen Sie zu Beginn etwas Einfaches wie Pfötchen geben.

Warten Sie, bis der Hund sitzt und setzen Sie sich vor ihn. Nehmen Sie das Leckerli in eine Hand (mit dem Handrücken nach unten) und halten Sie sie dem Hund verschlossen in Höhe seines Brustknochens hin.

Wenn der Hund ansatzweise die Pfote hebt, clicken Sie und geben Sie ihm die Belohnung in Ihrer Hand. Wiederholen Sie dies solange bis das Tier den Zusammenhang zwischen vorgestreckter Hand und Pfote heben verstanden hat.

Im nächsten Schritt lassen Sie das Leckerli in der Hand weg. Sie sollten es aber trotzdem griffbereit haben (z.B. in der anderen Hand). Wiederholen Sie alle Schritte und clicken Sie, wenn die Pfote gehoben wird. Anschließend geben Sie das „versteckte“ Leckerli.

Falls der Hund sich während der Übung hinstellt, unterbrechen Sie kurz und warten Sie ab, bis er wieder sitzt. Erst dann sollten Sie mit dem Training fortfahren.

Bitte warten Sie ab, bis der Hund das gewünschte Verhalten von selbst zeigt und helfen Sie nicht nach, indem Sie seine Pfote in die Hand nehmen oder auf sie tippen.

Trainieren Sie mit dem Hund 2-3-mal täglich für ca. 5 Minuten ohne Ablenkung. Nach einer gewissen Zeit können Sie die Schwierigkeitstufe erhöhen und das Training an einen belebteren Ort verlegen.

Beenden Sie das Training immer dann, wenn der Ablauf besonders gut funktioniert hat. Das hält nicht nur Sie, sondern auch den Hund bei Laune. Gerne können Sie sich auch ein Ritual für das Trainingsende ausdenken, z.B. den Clicker demonstrativ weglegen, damit Ihr Vierbeiner weiß, dass die Anstrengung jetzt vorbei ist und er sich entspannen kann.

Nach wiederholtem Misserfolg der Übung, gehen Sie eine Trainingsstufe runter. Vielleicht haben Sie Ihren Hund überfordert und er versteht nicht, was Sie von ihm wollen.

Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Liebling hat eine Aufgabe wirklich verstanden, dann können Sie damit beginnen, ein Signalwort oder eine Geste zu der entsprechenden Aufgabe einzuführen. Übrigens erkennen Sie den Erfolg einer Aufgabe, wenn Ihr Hund das Verhalten von sich aus zeigt (ohne Clicker und Trainingsmodus), in der Hoffnung, dafür belohnt zu werden.

3. Schritt: Führen Sie Signalwörter ein für Verhaltensweisen, die der Hund freiwillig ab und zu macht, z.B. Platz machen mit dem entsprechenden Signalwort „Platz“ trainieren. Dazu Clicken Sie immer dann, wenn der Hund Platz macht und sagen Sie gleichzeitig Ihr gewähltes Signalwort. Und die Belohnung nicht vergessen!

4. Schritt: Setzen Sie das Clickertraining für Verhaltensweisen fort, auf die der Hund nicht von selbst kommt, z.B. Bei Fuß gehen oder Apportieren. Dies nennt man Shaping.

Bevor Sie das Training mit dem Hund anfangen, überlegen Sie sich die erste Übung und zerlegen Sie sie in möglichst viele Teilschritte (das könnte z.B. nur das Hinschauen in die richtige Richtung sein) und notieren sie diese. Wiederholen Sie jeden Zwischenschritt mind. 5-mal, bevor Sie die Schwierigkeit steigern.

Die nächste Trainingsstufe wird eingeleitet, indem Sie das Clicken beim vorherigen Teilschritt auslassen und erst wieder clicken, wenn der Hund (zufällig) das richtige Verhalten des nächsten Schritts zeigt.

Wenn der Hund nicht begreift, was Sie von ihm erwarten, gehen Sie einen Schritt zurück, um ihn und sich selbst nicht zu demotivieren.

Aller Anfang ist schwer! Versteht der Hund anfangs nicht, was man von ihm will und er Sie nur anschaut, verlieren Sie nicht sofort die Geduld und geben Sie keine Hilfestellung. Lassen Sie den Hund selbst denken und handeln. Er wird sicherlich von allein auf die Lösung kommen.


Aufmerksamer Hund beim Clickertraining

Abschließende Hinweise zum Training mit dem Clicker:

Reduzieren bzw. setzen Sie das Clicken erst ab, wenn Sie vollkommen zufrieden mit der Ausführung des Kommandos sind.

Belohnen Sie den Hund nur noch ab und zu mit einem Leckerli oder variieren Sie die Belohnung, in dem Sie eine Streicheleinheit oder ein besonderes Spielzeug anbieten.

Selbstverständlich können Sie mehrere Übungen gleichzeitig trainieren. Diese sollten sich aber nicht zu sehr ähneln, um den Hund nicht zu verwirren.

In der Kürze liegt die Würze

Überforderung stresst Ihren Hund und wird zwangsläufig dazu führen, dass er sich nicht auf seine gestellten Aufgaben konzentrieren kann und den Spaß am Lernen verliert. Damit es nicht so weit kommt, halten Sie die Trainingseinheiten kurz. Eine Minute am Stück gefolgt von einer kurzen Pause mit 3-4 Wiederholungen genügt. Gerne können Sie dies 2-3-mal täglich machen.

Wenn Sie merken, dass der Hund unkonzentriert wird, verringern Sie das Pensum oder die Zeit pro Einheit. Bei alltäglichen Verhaltensweisen dürfen Sie den Hund natürlich auch außerhalb des Trainingsplans loben.

Gutes Verhalten will belohnt werden ...

... das gilt für Mensch und Tier. Warum das Training mit Aussicht auf eine Belohnung mehr bringt als die Möglichkeit einer Bestrafung bei Fehlverhalten ist einfach: Wird der Hund bestraft, weil er etwas getan hat, dass er Ihrer Meinung nach nicht hätte tun sollen, kann er daraus nicht ableiten, welches Verhalten denn richtig gewesen wäre. Er weiß lediglich, wie er es nicht tun darf. Deshalb ist die Erziehung und das Erlenen von Kommandos und Tricks auf Belohnungsbasis effektiver und fördert die Hund-Mensch-Beziehung.

Produktvorstellung: Der Starmark Pro-Training Clicker

Starmark Pro-Training ClickerStarmark ist ein Hersteller von Tierbedarf und Anbieter von Hundetrainer Schulen aus den USA und entwickelte den praktischen Starmark Pro-Training Clicker.

Dieser Clicker ist ergonomisch geformt und hat einen Druckpunkt in der Mitte. Dadurch liegt er gut in der Hand und jeder Klick führt zu einem gleichbleibenden Geräusch. Der Clicker ist aus rostfreiem Stahl hergestellt, aber trotzdem sehr leicht und handlich. Im Vergleich zu anderen Clickern verfügt der Starmark Pro-Training Clicker über eine geringere Lautstärke, was ihn auch zum Einsatz bei ängstlichen oder geräuschempfindlichen Hunden qualifiziert.

Die Deluxe Variante hat zusätzlich ein Spiralband, das Sie sich um den Gürtel oder das Handgelenk legen können.


Kontaktieren Sie uns!

Gerne beraten wir Sie zum Thema Clickertraining und bei der Wahl des passenden Clickers. Kontaktieren Sie uns einfach telefonisch oder per E-Mail. Unsere fachkundigen Mitarbeiter helfen Ihnen gerne weiter.


By: Torsten Liedtke | Tags: Clicker

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