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Thema des Monats: März 2008

Kinder und Hunde

Kinder und Hunde haben vor allem zwei Dinge gemeinsam: sie sind unberechenbar und oft sehr ungestüm. Beide bedürfen der liebevollen und konsequenten Führung durch Erwachsene, um eine harmonischen Beziehung zueinander aufzubauen. Trotzdem gibt es, selbst wenn man alles richtig gemacht hat, ein gewisses Restrisiko für beide. Dazu muss man wissen, dass es weder für den Hund noch für das Kind einen allgemeingültigen Welpenschutz gibt.

Sollte Ihr Hund Ihr Kind anknurren, so ist er ziemlich sicher weder verhaltensgestört noch besonders aggressiv, sondern er verhält sich höchstwahrscheinlich so, wie sich ein normaler Hund in einem intakten Rudel verhält. In diesem Fall sollte man hinterfragen, warum es zu solch einem Verhalten gekommen ist. Hat das Kind den Hund in der aktuellen Situation genervt, geärgert oder gar verletzt? Dies gilt besonders für alte oder kranke Hunde, die oft unter schmerzhaften Arthrosen o. ä. leiden. Hat der Hund vielleicht eine allgemeine Abneigung gegen Kinder? Dies könnte aus vergangenen negativen Erfahrungen resultieren. Natürlich gibt es noch viele andere Gründe.

Hier einige grundsätzliche Tipps:
• Vernachlässigen Sie nicht den Hund, wenn ein Kind geboren wird.
• Schaffen Sie dem Hund Ruhezonen, in die er sich vor dem Kind zurückziehen kann.
• Sie können nicht erwarten, dass sich der Hund dem Kind unterordnet, denn für ihn ist das Kind ein Welpe.
• Welpen dürfen sich nicht alles erlauben, manchmal sogar sehr wenig.
• Hunde sind kein Spielzeug für Kinder.
• Lassen Sie Hund und Kind nie unbeaufsichtigt.
• Erklären Sie dem Kind, wie man die Körpersprache der Hunde versteht.
• Leben Sie dem Kind den richtigen Umgang mit dem Hund vor.
• Erlauben Sie nicht, dass das Kind den Hund nervt, ärgert, quält oder ihm Befehle erteilt.
• Erlauben Sie nicht, dass der Hund zu wild mit den Kindern spielt (z. B. in Kleidung beißen).
• Kinderspielzeug muss für den Hund tabu sein, Hundespielzeug für das Kind.

Diese Hunde eignen sich am ehesten für Kinder:
• Hunde mit gering ausgeprägtem Dominanzverhalten und Schutztrieb
• Hunde, die gerne mit dem Menschen zusammenarbeiten und leichtführig sind
• Hunde, die spielfreudig und temperamentvoll sind
• Hunde, die eine hohe Reizschwelle haben und eine gering ausgeprägte Aggressionsbereitschaft

Bedenken Sie immer, dass Hunde durch die doppelte Prägung und Sozialisierung (auf Hunde und auf Menschen) den Menschen als Sozialpartner und Artgenossen betrachten und somit ihr Sozialverhalten auf Menschen übertragen. Kinder sind für ihn Welpen und so behandelt er sie auch. Leider ist die menschliche Haut aber nicht so unempfindlich wie das Fell der Hunde, und so kann ein gar nicht böse gemeintes Zurechtweise-Zwicken beim Kind ernsthafte Verletzungen verursachen. Die Schuld liegt in diesem Fall nicht beim Hund. Auch sollten Sie Kinder nicht unbeaufsichtigt mit Hunden spazieren gehen lassen. Im Falle einer Beißerei oder eines Unfalls wäre ihr Kind der Situation nicht gewachsen, Sie machen sich evt. strafbar und die Versicherung zahlt nicht.

Wenn Sie diese Dinge beachten, werden Sie die Gefahr, dass es zu einem unangenehmen Zwischenfall kommt, auf ein Minimum reduzieren. Ganz ohne Risiko ist eine Hund-Kind-Beziehung allerdings nie.

Martina Nau


 
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