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Thema des Monats: Februar 2008

Spaß mit Hund am Ostersonntag

Wahrscheinlich geht es Ihnen in dieser Jahreszeit nicht anders als uns allen: seit dem Wintereinbruch unternehmen wir weniger mit unseren Hunden. Draußen ist es kalt und ungemütlich und es macht einfach keinen Spaß, durch den Regen zu stapfen. Derweil hat ihr Hund Langeweile und man merkt ihm an, dass er nicht ausgelastet ist. Das muss nicht sein. Wie wäre es denn, wenn Sie ihm in den nächsten Wochen so zwischendurch ein paar nützliche Dinge beibringen, die Sie Ostern gut gebrauchen können?

Frohe Ostern: Tja, das wäre was. Die Türglocke schellt und Ihr Hund begrüßt Ihren Osterbesuch nicht mehr mit Anspringen. Stattdessen setzt er sich brav und gibt die Pfote, wenn Ihre Besucher ihn mit „Frohe Ostern“ begrüßen. Der Weg dorthin ist gar nicht schwierig. Zeigen Sie Ihrem Hund ein ganz besonderes Leckerchen und schließen Sie es in eine Faust ein. Setzen Sie den Hund ins „Sitz“. Er wird nun einiges versuchen, es zu bekommen. Irgendwann wird er mit seiner Pfote Ihre Hand berühren, dann öffnen Sie die Faust sofort und sagen gleichzeitig „Frohe Ostern“. Wichtig ist, dass dies alles gleichzeitig geschieht. Wiederholen Sie es einige Male, dann machen Sie eine Pause. Nach einigen Trainingseinheiten halten Sie Ihrem Hund Ihre flache Hand hin, sagen „Frohe Ostern“ (das Wort und die Geste sind inzwischen zu einem Kommando geworden) und belohnen ihn wiederum sofort aus der anderen Hand, sobald er mit seiner Pfote Ihre flache Hand berührt. Nach Ostern nehmen Sie die gleiche Geste und sagen „Guten Tag“. Das funktioniert dann auch. Hunde sind flexibel.

Nach der Begrüßung hat es sich Ihr Besuch bequem gemacht. Man sitzt gemütlich und unterhält sich. „Ein paar österliche Leckereien gefällig?“, fragen Sie in lockerer Osterstimmung. Ihr Besuch nimmt begeistert an und Ihr Hund reicht ein kleines Körbchen mit Ostereierpralinen herum.

Körbchen tragen: Hierzu benötigen Sie ein kleines Körbchen mit einem übergreifenden Bügelgriff. Machen Sie das Körbchen für den Hund interessant, indem Sie ihn ein wenig mit dem Griff foppen und ihn animieren, diesen zwischen die Zähne zu nehmen. Er darf jedoch nicht damit spielen. Sobald Ihr Hund den Griff nimmt, loben Sie ihn überschwänglich und belohnen ihn mit einem Leckerchen. Falls er ihn nicht nehmen will, werfen Sie den Korb mehrfach vom Hund weg und lassen Sie ihn zu sich zurückbringen. Durch das Hinterherherrennen nimmt Ihr Hund den Korb besser auf, weil so sein Beutetrieb verstärkt wird. Hunde, die gerne etwas tragen oder schon apportieren können, sind hier natürlich im Vorteil. Aber jeder Hund kann lernen, etwas zu tragen und Dinge zu seinem Menschen zurückzubringen. Laufen Sie jedoch nie Ihrem Hund hinterher und tauschen Sie den Korb immer gegen ein Leckerchen. Belohnen Sie anfangs schon, wenn Ihr Hund den Korb nur einige Schritte in Ihre Richtung bringt. Gehen Sie auf keinen Fall auf irgendwelche Wegrennspielchen ein. Bleiben Sie an Ihrem Platz und warten Sie, bis er zurückkommt. Tut er dies nicht, brechen Sie ab und nehmen den Korb an sich. Versuchen Sie es später noch mal, am besten mit einem hungrigen Hund. Wenn er das Körbchen schließlich zuverlässig trägt, können Sie es mit Pralinen füllen, die er den Gästen anbietet.

So, und dann kommt das Ostergeschenk. Welch armer Hund, der sein Geschenk nicht selbst auspacken kann! Natürlich sollten Sie das vorher üben.

Geschenk auspacken: Die meisten Hunde sind anfangs ein wenig ratlos. Aber es wird auch Ihrem Hund bald viel Spaß machen, der Reihe nach Geschenkpapier, großen Karton, kleinen Karton, Zeitungspapierfüllung und sonstiges aufzureißen, ehe er schließlich sein Geschenk findet. Nehmen Sie einen Knochen oder etwas anderes Leckeres, zeigen Sie es Ihrem Hund und packen Sie es in seinem Beisein ein. Es macht Spaß zu überlegen, wie er wohl so lange wie möglich mit dem Auspacken beschäftigt werden kann. Leere Küchenrollen bieten sich an, in die man z. B. eine Wurst hineinlegt und die Enden zuklebt. Diese könnte man in eine Plätzchendose aus Pappe, Kunststoff oder Aluminium legen, diese wiederum in einen Karton, den Karton in einen größeren Karton, diesen mit Zeitungspapier füllen, zukleben oder mit Geschenkband versehen – egal, Hauptsache kompliziert. Zum Üben geben Sie Ihrem Hund das Geschenk sofort nach dem Einpacken, Ostern bekommt er es natürlich als Überraschung.

Wenn er es ausgepackt hat – tja, dann sieht das Wohnzimmer aus wie ein Schlachtfeld. Und wer räumt auf? Natürlich Ihr Hund! Wer sonst? Beginnen Sie am besten sofort mit dem Training, dann können Sie diese Fähigkeit schon vorher nutzen.

Aufräumen: Stellen Sie eine große Kiste in die Mitte des Zimmers, geben Sie Ihrem Hund etwas in den Fang (Sie merken, es lohnt sich ihm das Tragen von Gegenständen beizubringen) und gehen Sie mit ihm zur Kiste. Locken Sie seinen Kopf über die Kiste und sagen Sie ihm „Aus“ (oder ein anderes Wort, das er als Zeichen fürs Loslassen kennt). Kennt er „Aus“ noch nicht, halten Sie ihm in dieser Sekunde ein Leckerchen direkt vor die Nase und sagen gleichzeitig „Aus“. Er wird den Gegenstand fallenlassen, weil er das Leckerchen nimmt. Der Gegenstand fällt in die Kiste und Sie loben ihn überschwänglich. Danach lassen Sie Ihren Hund zusehen, wenn Sie mehrere Gegenstände (anfangs nur zwei oder drei) auf dem Fußboden verteilen. Dann animieren Sie ihn, diese aufzunehmen und zur Kiste zu bringen. Gehen Sie ruhig jeden Weg mit ihm. Nach dem letzten Gegenstand gibt es immer einen „Jackpot“, also ein großes oder ganz besonderes Leckerchen. Das Kommando „Aufräumen“ fügen Sie nach einigen Trainingseinheiten hinzu, wenn der Hund weiß, was Sie von ihm verlangen.

So, und wenn diese Aufräumaktion am Ostersonntag beendet ist, können Sie es sich wieder gemütlich machen und Ihren phantastischen Hund kraulen. Bestimmt geben Sie ihm auch ein Stückchen von Ihrem Osterkuchen ab, denn wer so viele schlaue Sachen kann, der hat auch eine besondere Belohnung verdient.

Viel Spaß beim Training wünscht Ihnen

Martina Nau


 
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